20. Mai 2020

Liebe Gemeindeglieder,

inzwischen ist ja für viele unter Christen die Diskussion, wie man sich in diesen Zeiten verhalten soll. Die einen meinen, sich den Anordnungen zu fügen. Andere meinen sowie Petrus es sagte „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ und sich über Verordnungen hinwegzusetzen. Wie sollen wir uns verhalten? Martin Luther hat für Christen in Zeiten wie diesen den untenstehenden Ratschlag gegeben.
Im Jahr 1527 wütete in Breslau die Pest. Deshalb wandten sich die dortigen Prediger an den Wittenberger Reformator Martin Luther und baten ihn um seinen Rat: Soll man als Christ vor der Krankheit fliehen oder gerade im Vertrauen auf Gott alle Sorgen zur Seite schieben? Luther antwortete mit einem Brief an Johannes Heß unter dem Titel „Ob man vor dem Sterben fliehen möge“. Und er schrieb sehr bemerkenswerte Worte für Christen in Zeiten wie wir sie gerade erleben.
 
„Wohl an, der Feind hat uns durch Gottes Verhängnis Gift und tödliche Krankheit hereingeschickt. So will ich zu Gott bitten, dass er uns gnädig sei und wehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen, Orte und Personen meiden, wo man meiner nicht bedarf, damit nicht ich selbst verwahrlose und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiftet und angesteckt werden und ich ihnen durch meine Fahrlässigkeit zur Ursache des Todes werden würde. Will mich mein Gott in des haben, so wird er mich wohl finden. So aber habe ich getan, was er mir zutun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen Tod noch an dem der anderen Schuld. Wo aber mein Nächster mich braucht, will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen, sowie oben gesagt ist. Siehe das ist ein rechter, gottesfürchtiger Glaube, der nicht dummkühn und frech ist und der Gott auch nicht versucht.“

Ein aktueller Ratschlag von Martin Luther vor 500 Jahren der uns auch heute noch gilt. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen auch weiterhin Weisheit in verantwortlichem Handeln in dieser schwierigen Zeit und Gottes Bewahrung.

Mit herzlichen Grüßen

Pfarrer Immanuel Raiser

13. Mai 2020

Liebe Gemeindeglieder,

in Sprüche 2 Vers 8 steht: „Der Herr bewahrt den Weg aller Frommen.“ Was heißt denn
„fromm sein“? Fromm sein heißt wörtlich übersetzt: „ungeteilt an Gott hängen“.

Aber einen extra Weg für Fromme gibt es nicht. Der Weg derer, die ungeteilt an Gott
hängen, also der Weg der Christen, verläuft nicht neben der „Welt“, sondern in der Welt. So
hat es Jesus gesagt. „In der Welt - nicht von der Welt“. Auch ihr Weg beginnt mit der Geburt
und führt zum Sterben. Auch Fromme haben die gleichen Berufe, sie haben die gleiche
Mode wie andere Leute, sie haben gleiche Hobbys. Und doch gibt es etwas Besonderes am
Unterwegs sein der Christen. Nämlich dies, dass sie nicht in eigener Sache unterwegs sind,
sondern in der Sache Gottes. Wir sind Vertreter Gottes sozusagen „in Sachen Gott“
unterwegs. So sind wir unterwegs „Auf der Straße der Welt,“ und im Reich Gottes gibt es
eigentlich keine Kurzarbeit.

Wir erhalten freilich nicht nur Aufträge und Weisungen von Gott. Sondern Gott sorgt auch
für uns wie ein verantwortungsvoller Firmenchef für seine Vertreter: „Der Herr bewahrt den
Weg seiner Frommen“. Er erspart nicht den Weg seinen Frommen, sondern er bewahrt den
Weg seiner Frommen. Das ist unser Plus. Dieses Vertrauen zu Gott, dass er uns nicht
unterwegs liegen lässt.

Auch auf diesem Weg durch die Corona-Zeit lässt er uns nicht liegen. Natürlich gibt es auch
auf unserem Weg Unfälle. Blechschäden sozusagen an unserer Ehre zum Beispiel.
Totalschaden bei einem bestimmten Vorhaben. Es gibt Umleitungen, die uns aufs erste nicht
einleuchten. Situationen, wie jetzt in dieser Zeit, die wir schwer verstehen. Es gibt Leute
vielleicht, die uns überholen und in den Graben abdrängen wollen. Aber was auch immer
passieren sollte, der Fahrer überlebt. Unser Leben bleibt im wahrsten Sinne des Wortes auch
nicht auf dem Friedhof liegen. Wir werden auferstehen aus dem Tod. Diese Hoffnung und
Gewissheit haben wir. Deshalb: „Der Herr bewahrt den Weg seiner Frommen“. Wenn Sie
fromm sind, also ungeteilt an Gott hängen, gilt auch Ihnen dieser Satz.

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

06. Mai 2020

Liebe Gemeindeglieder,

„Jesus aber stand still“ so wird in Matthäus 20, 29-34 berichtet. „Jesus aber stand still“. Es ist das ganze Evangelium in einem einzigen Satz. „Jesus aber stand still“. Jesus kommt nicht einfach „zur Sache“, sondern Jesus kommt zu den Menschen. Und darum fährt er nicht weiter zur nächsten „Weltverbesserungskonferenz, zum nächsten Klimagipfel oder Gesundheits-Pressekonferenz“, sondern er bleibt stehen bei zwei Menschen, die nichts mehr waren und die nichts mehr zu sagen hatten. Nicht mehr als ihr „Ach Herr, Du Sohn Davids, erbarm Dich über uns!“

„Jesus aber stand still“. Warum blieb er bei diesen zwei blinden Bettlern, während doch die Termine drängten und die Ereignisse sich überstürzten. Er tat es nur auf ihre Not und ihr hartnäckiges Schreien hin: „Ach Herr, Du Sohn Davids, erbarm Dich über uns!“ Es sind keine theologischen Diskussionsfragen, sondern ihre blinden Augen, was sie zum Schreien treibt. Es ist das Elend ihrer leiblichen, weltlichen Existenz, mit der sie nicht mehr zurechtkommen. Und das da aufweint: „Ach Herr, Du Sohn Davids, erbarme Dich über uns!“

Und dieses Gebet: „Erbarm Dich über uns“, können auch wir nur beten im Moment. „Erbarm dich über unsere Wirtschaft, die Gastronomie, den Tourismus, die Familien zuhause, die Kranken, die Sterbenden, die Ärzte und Schwestern und all die, die große Verantwortung tragen“. „Erbarm Dich über uns!“ Ja, bei denen macht Jesus Halt. Bei denen, deren ganze Dumpfheit ausbricht in Weinen der Nacht, bei denen ihr Krank sein das Leben abschnürt, bei denen, die sich in Verzweiflung stürzen, weil sie nicht wissen, wie es in Zukunft weitergehen soll bei der Arbeit oder vielleicht finanziell, bei denen, die nicht wissen, was sie tun sollen. Bei denen, die einfach auf ein Wunder für ihr Leben warten müssen, die nur noch sagen können: „Herr, Du Sohn Davids, erbarm Dich über uns!“ Und da heißt es auch bei Ihnen: „Jesus aber stand still“. Und Matthäus berichtet weiter: „Und es jammerte Jesus“ und er rührte ihre Augen an. Und sie konnten wieder sehen. Und sie folgten ihm nach.

Auch Sie und ich dürfen damit rechnen, gerade in dieser Zeit, mit seinen Wundern. Auch bei Ihnen steht Jesus still. Er ist der Herr, der auch Ihr Leben weiterführt in dieser Zeit und Halt macht bei Ihnen. Er kann auch jetzt Wunder tun.

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

27. April 2020

Liebe Gemeindeglieder,

ich möchte Sie grüßen mit dem Wort aus Jesaja 43. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ertränken. Und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen. Denn ich bin der Herr dein Gott.“

So sagt es Gott denen, denen das Wasser bis zum Hals steht. „Wenn du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein.“ Er sagt es denen, denen die Hitze jede Luft zum Atmen nimmt. „Wenn du durch Feuer gehst, sollst du nicht brennen.“ Er sagt es denen, denen die Schrecken ins Gesicht geschrieben sind. Wenn du durch Täler der Angst und der Ungewissheit gehst, sollst du den Heiland an deiner Seite wissen. Er also, der das Eigentumsrecht an uns hat, er hat auch die Sorgepflicht für uns. Er hat auch den morgigen Tag im Blick und auch unsere Zukunft. Der kann sagen: „Du gehörst mir.“ Keiner von uns lebt vermutlich in dieser schwierigen Zeit im siebten Himmel. Niemand von uns wohnt auf einer Insel der Seligen wo er sagen kann, mich betrifft das alles nicht was im Moment passiert. Mit dem Schlaraffenland hat unser Leben wahrlich nichts zu tun. Vor vielem steht die Sorge wie wird es in der Zukunft weitergehen. Wie werde ich dies finanziell schaffen? Werde ich die Kraft haben alles zu tragen? Werde ich die Ruhe behalten? Werde ich die Hoffnung nicht aufgeben? Die Angst vor morgen geht um. Dagegen aber sagt unser Herr: „Eine Garantieerklärung für ein angstfreies Leben habe ich nicht. Eine Versicherungspolice für leidensfreies Leben gebe ich nicht. Angst, Sorgen und Leiden werden dir nicht erspart, aber darin wirst du bewahrt. Wenn du mit fliegenden Fahnen untergehst, sollst du nicht ertrinken. Und wenn du gehörig Zunder bekommst, sollst du nicht brennen. Und die Hitze des Alltages, soll dir nichts anhaben. Wenn du am Boden zerstört bist, soll es nicht aus sein mit dir.“ Jesus Christus der das Eigentumsrecht hat, der hat auch den Morgen mitsamt dem heißen Herbst im Blick. Er kann sagen: Du gehörst mir. Und wenn es von der Wohnung ins Altersheim geht - du bist mein! Und wenn es von der Krankenstation ans Beatmungsgerät geht - du bist mein! Und wenn es vom Leben zum Sterben geht – du bist mein!  Der Schriftsteller Lacordaire hat schon Recht als er schrieb: „Was bedeutet mir der Schiffbruch, wenn Gott der Ozean ist.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin Mut für die Zukunft, alles Gute und Gottes Bewahrung.

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser 

22. April 2020

Liebe Gemeindeglieder, liebe Mitarbeiter,

in diesen schwierigen Zeiten lädt Jesus uns ein, bei ihm zur Ruhe zu kommen. Er sagt: „Kommet her zu mir alle, die mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ Matthäus 11.

Vielleich erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit, als der Schulranzen die einzige Last auf dem Rücken waren. Nach der Schule wurde abgeschnallt und er flog in die Ecke. Frei wie ein Vogel stürmten wir los. Aber dann wurden im Laufe des Lebens andere Lasten aufgepackt. Stück um Stück, manchmal zentnerschwer. Allem voran die Last der Sorge, dann vielleicht die Last der Krankheit und der Unsicherheit, wie wir sie im Moment erleben. Und jeder trägt auch die Riesenlast seiner Schuld. Mühselige sind wir oft, beladene, armselige Lastenträger. Genau denen aber begegnet der Herr.

Gott hat Jesus mit starken Schultern und breitem Rücken ausgestattet. Kein noch so schweres Gewicht bricht ihm das Kreuz. Er gleicht jenen „Ruhesteinen“, die wir noch an alten Wegkreuzen finden: Zwei aufgerichtete Steine und darüber waagerecht eine Steinplatte in Schulterhöhe. Wenn ein Marktbauer mit einem schweren Korb diese Stelle passierte, dann konnte er seine Last abstellen und ausschnaufen. Auch wenn er sie nachher wieder schultern musste, war er erfrischt und erquickt.

So will Jesus der Ruhestein am Weg unseres Lebens sein, der zum Durchatmen einlädt. Am Abend etwa, wenn wir auf einen erquickenden Schlaf hoffen, können wir zu ihm sagen: „Nimm doch du bitte meine Last der Sorge ab, die mich plagt. Trag doch du bitte meine Last der Krankheit, die mich so schmerzt. Trag doch du bitte die Unsicherheit für die Zukunft, die mich so quält, vergib du mir meine Schuld.“ Oder so, wie es in dem Choral heißt: „Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden und ich schlaf im Frieden.“ Darauf steht die Zusage Jesu: „Ich will euch erquicken.“

Auch wenn Sie manches wieder zu schultern haben, ist neue Kraft zum Tragen da – mit seiner Hilfe. Es gibt keinen Lebensweg, an dem dieser Ruhestein nicht steht. Jesus lädt Sie ein, alles bei ihm abzuladen. Nutzen Sie die Chance.

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

15. April 2020


ich möchte Sie herzlich grüßen in dieser Osterwoche mit dem Vers aus 1. Petrus 1,3, wo es heißt: „Gelobt sei der Gott; der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“

Hoffnungen zu begraben, das ist manchmal für uns ein vertrautes Geschäft. Wie oft hat man schon gehofft und es war dann doch nichts daraus geworden. Nichts mit unserem vielleicht beruflichen Aufstieg oder einem gelungenen Examen. Man hat auf einen Glücksfall gehofft oder rechnete einfach nur mit dem normalen Lauf der Dinge. Vielleicht haben Sie sich für dieses Jahr etwas vorgenommen und nun durch diese Krise kommt alles anders. Alles ist ungewiss. Was ist schon aus Hoffnungen geworden! Aus den Hoffnungen, die uns vielleicht andere gemacht haben. Begrabene Hoffnungen die säumen wie Grabsteine den Weg unserer Jahre und Tage. Kleine und große, solche, die wir längst nicht mehr sehen und vergessen haben und solche, die in uns entsetzliches Erinnern wachrufen, wenn wir daran denken, welche Hoffnung wir begraben mussten.

„Gelobt sei der Gott; der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ Diese Hoffnung aber ist nicht totzukriegen. Die brauchen wir nie zu begraben. Sie lebt. Sie überlebt. Sogar das Grab. Wie der Auferstandene. Denn es ist keine Hoffnung, die wir uns selber machen. Sondern es ist eine Hoffnung, die uns durch Jesus Christus gemacht wird. Darum brauchen wir sie nie zu begraben.

Denn der Auferstandene lebt. Und er steht für sein Wort ein. Was macht er uns für eine Hoffnung? Die Hoffnung, dass wir davonkommen. Seligkeit übersetzt es Luther. Das ist die Hoffnung, die uns Gott macht. Dass wir uns nicht schließlich samt unseren Hoffnungen begraben lassen müssen. Sondern, dass wir mit dem Leben davonkommen. Dass er unser Leben in der Hand hat auch in dieser Krankheitskrise und dass er uns auch da hindurchführt und dass wir vielleicht danach wieder uns irdische Hoffnungen machen können und planen können.

Und diese Hoffnung, dass wir einmal nach unserem Sterben bei ihm in seiner Herrlichkeit sein dürfen, wenn wir uns ihm anvertrauen. Diese Hoffnung enttäuscht nicht. Wer auf den Himmel hofft, der kann auch auf der Erde wieder Hoffnung schöpfen. Wer auf Gott hofft, hofft nicht vergebens! Gelobt sei der Gott!

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

07. April 2020

Liebe Gemeindeglieder, liebe Mitarbeiter,
zurzeit beherrscht das Thema Corona die ganz Welt und die Medien. Davor aber standen andere Themen im Mittelpunkt. Wie zum Beispiel Klimaschutz und die „Friday for Future-Bewegung“, angeführt durch Greta Thunberg. Es wurde freitags für die Zukunft der Umwelt demonstriert. Aber die „Friday for Future-Bewegung“ (Freitags für unsere Zukunft) gibt es für uns Christen und die Welt schon seit dem Freitag, an dem Jesus für unsere Schuld am Kreuz starb. Der Karfreitag ist der eigentliche „Friday for Future“. Da hat Jesus Christus uns eine ewige Zukunft eröffnet, an der wir teilhaben dürfen an der Herrlichkeit Gottes, wenn wir das möchten und wir unser Leben in seine Hand geben. Und weil Jesus uns diese Zukunft in Aussicht gestellt hat, dürfen wir auch darauf vertrauen, dass er die unmittelbare Zukunft für uns im Blick hat und im Griff. Dass er uns auch durch die ungewisse Zukunft führt. In der Osterzeit werden wieder Gottesdienste in der Kirche aufgenommen und ich lade Sie ein, daran teil zu haben auf der Homepage der Kirchengemeinde. Sie können die Lieder mitsingen, die die Orgel begleitet, mitbeten und so Gemeinschaft haben. Sie können den Gottesdienst um 10.15 Uhr feiern, wenn die Glocken läuten oder natürlich auch zu einem anderen Zeitpunkt.
Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

28. März 2020

Liebe Gemeindeglieder, liebe Mitarbeiter,
auch heute möchte ich Ihnen wieder Mut machen mit einem Wort von unserem Herrn Jesus aus Johannes 16,33 wo er sagt: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Wenn jemand zu uns sagt: „Ich habe schreckliche Angst!“ antworten wir oft schnell: „Du musst doch keine Angst haben!“ als ob Ängste verschwinden, wenn wir nur versuchen zu erklären, warum sie eigentlich unbegründet sind. Ängste sind da. Ehrlich gesagt, habe ich auch Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus, vor allem aber habe ich Angst, dass meine Frau sich ansteckt. Ängste stecken in uns und lähmen uns. Ängste gehören zum Leben auf der Welt dazu. Und sie verschwinden auch nicht durch gutes Zureden. Wir brauchen Menschen um uns, die unsere Ängste ernst nehmen und sie aushalten und teilen. So wie das Jesus vor seinem Tod getan hat. Er hat die Ängste seiner Jünger ernst genommen. Er spürte was in ihnen vor ging und redete nicht drum herum. Es ist zutiefst menschliches Eingeständnis, wenn Jesus sagt: „Ja, in der Welt habt ihr Angst!“ Dieser Angst setzte Jesus aber ein mächtiges Wort entgegen: „Ich habe die Welt überwunden!“ Jesus, der selber grausam gelitten hat und elend starb wusste, dass Angst nicht zur Ohnmacht führen muss. Jesus hat uns gezeigt, dass wir die Angst überwinden können mit seiner Hilfe und mit ihm. Nicht Sorgen und Not und Viren haben das letzte Wort in unserem Leben, sondern er. So wie Jesus sein Leiden in dieser Welt überwunden hat durch die Auferstehung, so können auch wir unsere Ängste durch ihn und mit ihm überwinden. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Erfahrung auch machen können.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

Zwei Gebetsanliegen für diese Woche:
Wir beten für die Verantwortungsträger, dass sie verantwortungsvolle und richtige Entscheidungen treffen. Und wir können für das medizinische Personal und das Pflegepersonal in den Krankenhäusern beten, dass sie physische und mentale Kraft haben, in dieser belastenden Gesamtsituation.

24. März 2020

Liebe Mitarbeiter, liebe Gemeindeglieder,

ich möchte Ihnen in dieser schwierigen und unsicheren Zeit, wo keiner weiß, wie es weitergeht, Mut machen durch ein Wort Gottes.
Jeremia 29,11, wo Gott sagt: “Ich weiß wohl was ich für Gedanken über euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leids, dass ich euch Zukunft und Hoffnung gebe.“
Man kann sich ja in dieser unsicheren Situation überlegen: „Was denkt sich eigentlich Gott dabei.“ Und es ist doch tröstlich, zu wissen, wie die Gedanken Gottes für unsere Zukunft sind. Er hat auch in diesen Zeiten Gedanken des Friedens für uns und nicht des Leids.

Ja, Gott denkt an mich. Es ist das Gegenteil von dem, was unser Verstand uns im Moment einflüstert: „Gott hat mich vergessen!“ Oh nein, Gott denkt an mich. Offensichtlich hat er auch bei der jetzt aufgetretenen Katastrophe des Corona-Virus am mich gedacht. Wir erkennen das zwar nicht, weil wir von dem Unglück in unseren Gedanken gefangen sind. Aber bei ihm ist alles wohl geordnet und gut durchdacht. Er hat Gedanken des Friedens und nicht des Leids. Wir geraten jetzt durch das, was passiert in Unruhe und Angst, vielleicht sogar Panik. Aber Gott will nicht, dass wir in Verzweiflung geraten. Er will uns auf keinen Fall Schaden zufügen, auch wenn das im ersten Moment so aussieht.
Seine Absichten zielen auf ein weit höheres Ergebnis als wir uns überhaupt denken können. Gedanken des Friedens und Heils hat er. Er will uns beschenken. Auf dem Weg zum Ziel sollen wir einen Schritt weiterkommen und er sagt uns zu: „Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung!“ Wir gehen nicht auf eine ungewisse Zukunft hin, sondern auf eine Zukunft, die er in der Hand hat. „Dass ich euch Zukunft und Hoffnung gebe!“
Wir sind ja so oft auf das Irdische, Vergängliche orientiert, wir hängen so am Heute. Gott aber will unsre Gedanken auf das Ewige und Unvergängliche ausrichten. Wir sollen das Ziel im Auge behalten. So schreibt es Paulus im 2. Brief an die Korinther im 4. Kapitel: „Unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare sondern auf das Unsichtbare. Was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“

Was heute bei uns passiert ist von Gott her Zukunftsorientiert. Es ist eine schöne Antwort auf diese Frage: „Was denkt sich eigentlich Gott dabei?“ Er hat sich Gedanken über mich und meine Zukunft gemacht und lässt deshalb unser Heute durchfluten von seinen Gedanken des Heils. Ja, er liebt Sie, auch wenn Sie das Geschehen im Moment nicht verstehen. Er hat nur das Beste mit uns vor. Friede und Heil, das ist sein Angebot.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und Gottes Bewahrung.

Ihr/Euer

Pfr. Immanuel Raiser